Unsere DVD-Reihe „Welt Weit“ zählt mehr als 250 Reisefilme über Länder, Städte und Inseln in bester Bildqualität. Rund um den Globus in 60 Minuten, das macht Lust auf Reisen.
Vor 28 Jahren hatte unser heutiger „Altmeister“, Herbert Lenz, die Idee , seine Reiselust mit der Filmkamera zu verbinden. Über 60 Produktionstouren führten ihn mehr als 10 Mal rund  um den Globus.
Ein kurzer Ausschnitt aus einem seiner Filme zeigt das Dünenmeer von Sossusvlei in Namibia. Schauen Sie doch mal rein!

Eine komplette Übersicht über die Reisefilme aus den Reihen Welt Weit und Golden Globe finden Sie hier. Alle Filme können Sie online im Shop von der-wissens-verlag direkt bestellen. Der Versand ist deutschlandweit kostenfrei.
Einen Katalog mit dem vollständigen Reisefilm-Programm von der-wissens-verlag können Sie als PDF downloaden.
Mit den Reisefilmen wurde auch der Grundstein für den heutigen WISSENS-VERLAG gelegt – schließlich heißt es nicht umsonst, dass Reisen bildet. Heute hat sich die Wissenssammlung auf über 2.500 DVDs, Hörbücher und Bücher erweitert.

Herbert Lenz wurde in einem Interview von den „Stuttgarter Nachrichten / Sonntag aktuell“ von der Journalistin Andrea Weller zu seinen Reiseerfahrungen befragt:

Herbert Lenz beim Dreh auf den Seychellen

Herr Lenz, seit wann produzieren  Sie Reisefilme für Touristen?
Ich bin seit rund 26 Jahren mit meiner Filmkamera unterwegs und habe rund 60 Filmreisen hinter mir.  Mittlerweile arbeiten wir mit  mehreren Filmteams. Aber wir machen keine Reisefilme für Touristen, sondern Reisefilme für Reisende.

Was ist der Unterschied?
Der Tourist ist jemand, der Erholung  und Urlaub sucht – aber das kann er auch im Stadtpark haben oder am Strand. Der Reisende jedoch  möchte  etwas Neues kennenlernen, ist neugierig.  Diese Neugierigen sind es, für die wir unsere DVDs produzieren.

Warum  eigentlich Filme?
Wir machen  die Ergänzung zum Reise­führer in Form des bewegten Bildes. Natürlich kann jedes Medium etwas anderes leisten. Wir möchten eine Einstimmung geben auf ein Land, eine Stadt oder eine Insel. Eigentlich ist ein Reisefilm wie ein Bildband im Screenformat – hat aber einen höheren emotionalen Anteil, etwa durch die Geräusche und die Musik.

Gibt es  Regionen oder Länder, in denen Sie noch nicht gedreht haben?
Aus völkerrechtlicher Sicht gibt es 193 Staaten auf der Erde –  bisher  habe ich 68  davon bereist. In Burkina Faso war ich zum Beispiel noch nicht, nicht in Russland, auch nicht in Argentinien. Es  sind also noch viele mir unbekannte Flecken auf  meiner filmerischen Landkarte. Aber da habe ich in meinem hohen Alter von 64 Jahren auch die Möglichkeit, ein bisschen zu selektieren. Man muss  nicht überall hin.(lacht).

Nach welchen Kriterien suchen Sie  Ihre Filmziele aus?
Wir drehen dort, wo die deutschen Reisenden  gerne unterwegs sind. Da gibt es Statistiken – aber man bekommt auch ein Gespür dafür. Wobei man aber ganz schön danebenliegen kann, was die Verkaufszahlen angeht.  Meine Idee mit  Filmen über Mallorca und Ibiza, eigentlich sehr naheliegend, hat nicht gut funktioniert.  Immer wieder verblüffend hoch, und das seit vielen Jahren, ist die Nachfrage nach Beiträgen über Norwegen. Und unter den Norwegen-Themen  wiederum sind Filme über  Hurtigruten, diese Postschiff-Route, der absolute Hit.

Gibt es auch Länder, in die Sie auf keinen Fall mehr reisen würden, weil sie zu unsicher, zu hässlich sind oder sich stark zu ihrem Nachteil verändert haben?
Ja, tatsächlich gibt es die. Das gilt vor allem für die Karibik, da muss ich nicht mehr hin. Das ist inzwischen wie in Disneyland, sehr amerikanisiert, das muss man mögen. Aus demselben Grund ist auch Florida für mich kein Traumziel. Im April war ich im Süden Italiens, am Golf von Neapel, da liegen diese Klischee-Inseln wie Ischia und Capri. Traumhaft schöne Inseln – aber es sind zu viele Menschen drauf. Wenn jeden Tag Tausende angelandet werden, die sich heuschreckenartig ausbreiten, dann tut das den Inseln nicht gut. So erlebt das aber leider der Tourist mittlerweile, – in diesem Fall stimmt der Begriff, denn der Reisende geht dort sowieso nicht mehr hin. Wenn man das auch noch vergleichen kann, wie es vor 25 Jahren dort aussah und wie die Situation heute ist, dann wird’s noch gruseliger, denn dann hat man das früher ja mal als wunderschön erlebt. Das gilt  auch für den Gardasee. Trotzdem bin ich gerne unterwegs.

Wie haben Sie die Veränderungen eines Landes erlebt? Sie waren ja beispielsweise mehrmals in Ägypten . . .
Ägypten kenne ich jetzt fast 28 Jahre, in dieser Zeit war ich ungefähr zehnmal dort. Ich kann mich noch genau an den Freiraum erinnern, den man früher hatte – sei es um die Pyramiden von Gizeh herum oder bei den Tempeln von Abu Simbel. Man konnte sich einfach durch die Wüste diesen wunderbaren historischen Stätten nähern. Da gab es keinen Zaun, keine Touristenpolizei, geschweige denn diese Touristenmassen. Die  Sehenswürdigkeiten sind heute aus  Sicherheitsgründen stark abgeschirmt.  Die eigene Sicherheit wird somit auch zur eigenen  Behinderung.

Manche Länder, Stichwort arabischer Frühling, sollte man überhaupt meiden . . .
Ja, zum Beispiel der Sinai ist momentan nicht zu bereisen außer an der Küste – oder das Katharinenkloster. Diese Romantik in der Wüste – mit dem Jeep durchzufahren und mal ein Lagerfeuer bei den Beduinen zu machen und mit ihnen in einem Zelt zu sitzen – das war früher alles möglich. Das habe ich auch sehr genossen, weil ich die Wüste sehr mag.  Das geht heute alles nicht mehr. Man bewegt sich ausschließlich  in den Küstenorten, und die sind, wie wir alle wissen, sehr touristisch. In Ägypten kann man sich nur auf die andere Seite retten, in die libysche Wüste, da geht das schon noch.  Vom einstigen Charme ist aber eigentlich nur noch Sharm El Sheikh übrig geblieben.

Hatten Sie bei Ihrer Arbeit auch schon mit Schwierigkeiten zu kämpfen?
Man bewegt sich immer im Fokus von irgendwelchen Offiziellen wie  der Polizei, und man muss sich häufig gegenüber Ordnungskräften durchsetzen. Es ist schon ab und an vorgekommen, dass die Kamera vorübergehend konfisziert wurde. Profis haben ja immer ein  Stativ dabei. Damit fällt man sofort auf. Das Stativ unterscheidet uns von den meisten Amateurfilmern.

Gab es auch positive Überraschungen?
Eine amüsante Begegnung gab es einmal im Dschungel von Peru. Auf dem Dorfplatz eines Indianerstamms lag ein ausgelutschter Fußball – die Indios haben uns gefragt, ob wir gegen sie spielen möchten. Die Jungs, alle im Baströckchen, waren schwer zu umspielen, zwischen den Beinen durch ging gar nichts. Ein Schweizer Banker, der bei uns mit dabei war, meinte nach dem Abpfiff in breitem Schweizerdeutsch, wir hätten Glück gehabt, dass wir null zu fünf verloren hätten, sonst hätten wir jetzt Giftpfeile im Rücken.

(Mit freundlicher Genehmigung von „Stuttgarter Nachrichten/Sonntag aktuell“ und Andrea Weller)