Unsterblich_Werner-Huemer_Leben-nach-dem-Tod

Alois Serwaty ist Vorsitzender des „Netzwerks Nahtoderfahrungen“. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Phänomen der Todesnähe-Erfahrungen und hat uns zum Anlass der Publikation unseres Buches „Unsterblich?! – Gute Gründe für ein Leben nach dem Tod“ eine Zusammenfassung zum Thema übermittelt: 14 Thesen zum Wesen von Nahtoderfahrungen.

1. Nahtoderfahrungen im engeren Sinne sind keine subjektiven Projektionen und ekstatischen Erregungszustände, sondern können als tiefe Sinnerfahrungen verstanden werden, in denen Menschen sich im Bezug zu einer anderen Wirklichkeit erleben. Physische oder psychologische Todesnähe können Auslösefaktoren sein, sind jedoch keine Voraussetzung.

2. Viele Menschen werden existentiell von diesen Erfahrungen berührt. Nahtoderfahrungen sind Umbrüche und Aufbrüche, die neugierig machen, die in jeder Beziehung herausfordern und die Sehnsucht nach neuem Anfang, nach Veränderung und Transformation auslösen können. Nahtoderfahrungen zeichnen sich dadurch aus, dass der Nahtoderfahrene die Freiheit hat, ihnen einen Wert zu verleihen, der über jede rationale Analyse hinausreicht.

3. Nahtoderlebnisse und vergleichbare Erfahrungen sind Erfahrungen noch im Leben und Impulse für das Leben. Aber es gibt keine berichtbaren Erfahrungen, die näher an der Todesschwelle sein können als diese. Wer von der eigenen Erfahrung ergriffen und überwältigt wurde, darf sie als „Fußspuren“ einer anderen, einer metaphysischen oder transzendenten Wirklichkeit, als „Erinnerungsspuren“ an die „eigentliche Herkunft“ und Bestimmung des Menschen deuten.

4. Nahtoderfahrungen sind kein „Beweis“ für ein Leben nach dem Tod. Aber sie dürfen als ein Hoffnungszeichen für ein postmortales Sein verstanden werden. Prozesstechnisch gesprochen: in einem Indizienprozess hätte die These der postmortalen Existenz des Ichs gute Chancen zu bestehen.

5. Nahtoderfahrungen eröffnen vielfältige Perspektivenwechsel: sowohl individuellpersönlich, als auch hinsichtlich unseres Welt- und Menschenbildes, unseres Geistes- und Gottesbildes.

6. Über 30 Jahre Forschung und eine lange Reihe wissenschaftlicher Versuche der Erklärung und Deutung dieser Phänomene haben bisher keine Klärung herbeiführen können. Man ist noch nicht zu Ergebnissen gelangt, die jenseits aller Diskussionen feststünden und in die Lehrbücher eingehen könnten. Erstaunlich ist die Gegensätzlichkeit der Erklärungen und Deutungen, die wir vorfinden.

7. Der Nachweis hirnphysiologischer Prozesse bei Außerkörper- und Nahtoderfahrungen, soweit er denn zu führen ist, betrifft nur die begleitenden neuronalen Vorgänge. Das Wesen und die Ursache der Erfahrung selbst sind damit nicht erfasst.

8. Nahtoderfahrungen enthalten Bilder, Symbole, „Sinngeschichten“. Die darin erscheinenden Symbolwelten einer anderen Realität sind in sich äußerst spannungsreich. Damit ist aber nicht nur ein vages Hinweisen gemeint, sondern diese Symbolwelten lassen die andere Wirklichkeit in ihrem Wesenskern, in ihrer Aufgabe, der Gestalt, in ihrerQualität auch wirksam werden.

9. Der Wert und die Stärke dieser Erfahrungen liegt nicht so sehr in ihrem objektiven Erkenntnisgewinn, sondern in ihrer inneren Überzeugungskraft, in ihrer „subjektiv gesicherten Erfahrungsgewissheit“ (Werner Zurfluh). Diese Gewissheit ist so stark, dass Nahtoderfahrene im Zweifelsfall bereit sind, einer Wissenschaft keinen Glauben zu schenken, die nicht in der Lage ist, diese Erfahrungen für sie befriedigend zu erklären.

10. Nahtoderfahrungen weisen in ihrem Kerngehalt eine Klarheit des Denkens und Fühlens, eine Sinnhaftigkeit und Zielgerichtetheit auf, die in ihrer Komplexität nicht zu Krankhaftigkeit, zu Sinnestäuschungen oder Ähnlichem passen (Christian von Kamp). Ihre in der Regel positive Transformationskraft widerspricht ebenso einer psychopathologischen Einordnung.

11. Nahtoderfahrungen sind insbesondere in der Deutung nicht völlig „trugfrei“. Irritierend und die Erklärung und Deutung erschwerend sind das komplexe Gefüge unterschiedlicher Phänomene, die vielfältigen Vermischungen, Übergänge und Grauzonen zwischen den physiologischen, (para-)psychologischen, symbolischen und transzendenten Elementen. Gerade in dieser inneren Komplexität und Deutungsoffenheit liegt Ihre Faszinationskraft begründet.

12. Die Integration dieser Erfahrung in das eigene Leben ist die „wesentliche Leistung“ und die eigentliche Herausforderung für den Nahtoderfahrenen. Für diesen Prozess sind drei äußere Bedingungen förderlich: die Anerkennung dieser Erfahrung als Realität des Erlebens, die Einsicht in die Begrenztheit unserer Erklärungs- und Deutungsmöglichkeiten und der Verzicht auf jegliche Form der Instrumentalisierung dieser Erfahrung.

13. Erfahrungen in Todesnähe gehören zu den „bewegendsten religiösen Erfahrungen der Gegenwart“ (Wennemar Schweer). Sie können eine mystische Qualität erreichen. Ihr Kerngehalt steht nicht im Widerspruch zum christlichen Glauben, sondern kommt diesem sehr nahe: die Urerfahrung der Liebe als befreiende Wahrheit und wahre Freiheit und ein Urvertrauen in ein Angenommensein.

14. „Die Erfahrungen sind wahr und wichtig, wenn sie das unwillkürliche Anwachsen der Liebe bewirken.“ (Carl Albrecht). Dies ist der eigentliche Maßstab, an denen wir Nahtoderfahrungen messen sollten – und das eigentlich Spektakuläre dieser Erfahrungen.

Alois Serwaty (www.netzwerk-nahtoderfahrung.org)

 

Hinweis:
In seinem neuen Buch und der neuen Filmdokumentation „Unsterblich?!“ folgt Werner Huemer den Spuren der Thanatologie, der Philosophie und der Naturwissenschaft. Er ergründet, ob die alten religiösen Überlieferungen, die von der Existenz einer unsterblichen Seele sprechen, wirklich wissenschaftlich widerlegt worden sind; wie glaubwürdig Menschen mit Jenseits-Erfahrungen tatsächlich sind und ob der alte Menschheitstraum von der Unsterblichkeit endgültig ausgeträumt ist – oder doch nicht.

Sehen Sie hier einen Trailer:

Sie erhalten das neue Buch, in unserem Shop bestellt, binnen 2 Tagen – deutschlandweit portofrei!
http://shop.komplett-media.de/derwissensverlag/de_unsterblich-gute-gruende-fuer-ein-leben-nach-dem-tod_112632.html

Die DVD ist im Handel erhältlich – oder direkt über den „Komplett Media“-Verlag:
http://shop.komplett-media.de/derwissensverlag/de_unsterblich-gute-gruende-fuer-ein-leben-nach-dem-tod_112636.html