Ulrich-Warnke-Unsterblich

Wie wirkt Geist auf die Materie? Welche Schlüsse lässt die Quantenphysik zu? Ulrich Warnke, Quantenphilosoph aus Saarbrücken, setzt mit einem neuen Beitrag die Diskussion um das Buch „Unsterblich?! – Gute Gründe für ein Leben nach dem Tod“ fort. Lesen Sie hier eine Replik auf einen Kommentar des Astrophysikers Illobrand von Ludwiger.

In seinem Kommentar hatte sich Illobrand von Ludwiger unter anderem kritisch mit der Frage auseinandergesetzt, ob Geist und Bewusstsein durch die Quantenphysik zu begründen sind. Lesen Sie im Folgenden einen neuen Beitrag von Ulrich Warnke, der auch in der Buch- und Filmproduktion „Unsterblich?!“ zu Wort kommt:

Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, wie Sprache eine Barriere aufbaut, die eigentlich nicht existiert. Offensichtlich ist es zu schwierig, mit der Umgangssprache, die sich auf Bildern und Erfahrungen unserer Alltagswelt heraus entwickelt hat, Beschreibungen einer Welt zu formulieren, die nicht oder höchst selten dem Bewusstsein zugänglich ist.

So auch in der Besprechung von Illobrand von Ludwiger. Zu seinen Aussagen kann ich immer wieder zustimmend nicken; wir sind identischer Meinung. Ich spreche in meinen Büchern immer wieder von bestimmten Phasen, wie auch Teilen des Vakuums, in denen kein Raum und keine Zeit existieren. Im wiedergegebenen Interview mag das nicht genügend herausgekommen sein. Insofern ist der Verweis von Ludwigers auf Heims Deutungsversuch einer Dimensionserweiterung R5 und R6 durchaus hilfreich.

Dennoch kann man in der Besprechung Sätze lesen, die eine Erwiderung provozieren.

A) So schreibt von Ludwiger: „Wer sich auf Quantenphysik beruft, bleibt im Vierdimensionalen … Bewusstsein und Geist kann man mit Quantenphysik nicht begründen.“

Aber nur einen Absatz später schreibt er: „Denn in einem R6 – wie ihn auch Heim … und Chen … entdeckten – lassen sich sowieso sämtliche Quatenphänomene … zwangslos erklären und sogar verstehen.“

Was nun? Offensichtlich ist Quantenphysik nicht im Vierdimensionalen gefangen, wie zuerst behauptet. Das legen auch schon die Schwerpunkte der Quantenphysik nahe, wie „Möglichkeiten“, „Wahrscheinlichkeiten“, „Virtualitäten“, alles Begriffe, die zwar formal mathematisch behandelt werden können, aber zusätzliche Dimensionen keineswegs ausschließen. Die Transformation in die Superstringtheorie trägt dem Rechnung.

B) „Das Übertragen von Information erfolgt, nach Heim, allerdings nicht über Spins, wie Warnke meint, sondern über Aktivitätsströme …“

Ich gehe davon aus, dass selbstverständlich über Spins Informationen übertragen werden. Aber Informationsübertragung ist natürlich nicht einmalig, sondern geschieht oftmals hierarchisch auf unzähligen Ebenen. Eine dieser weiteren Ebenen mögen die postulierten „Aktionsströme“ sein.

C) „Nach Warnkes Auffassung ist Information codierte Energie, und Gedanken sind entsprechend der Aktivität von Bewusstsein und Unterbewusstsein ,unmittelbar mit physikalischen Energien korreliert‘. Das ist eben gerade nicht der Fall. Energien sind physikalisch quantitativ und messbar.“

Nein – Energien sind niemals direkt messbar, nur die Wirkungen/Effekte einer Energiedifferenz oder Energieänderung sind messbar, und diese Wirkung/Effekte gehen wohl immer von einer sich bildenden Kraft an Massen aus. Aber gerade die Energie, die uns hier interessiert, und die Teil der Vakuumenergie ist, ist keinesfalls messbar. Diese Energie können wir dem Vakuum nicht entziehen, denn es handelt sich ja um den Grundzustand und deshalb ist auch nicht messbar, denn zur Messung müsste man ihr ja einen messbaren Betrag entnehmen.

Selbst wenn diese Aussage von mir nicht akzeptiert wird, kann ich ein weiteres Beispiel anführen: die Dunkle Energie und die Dunkle Materie. Kein Mensch kann heute diese beiden Energien messen. Dass man von ihrer Existenz dennoch überzeugt ist, liegt an ihren Wirkungen/Effekten. Ich habe in meinen Büchern und in meinen Powerpoints seit vielen Jahren immer wieder Energie/Information in den Mittelpunkt bezüglich Bewusstsein/Geist/Seele gestellt, die keinesfalls messbar ist: es sind eben die alles durchdringenden Energieformen „Dunkle Energie“ und die „Dunkle Materie“ mit ihren Botenteilchen WIMPS. Die Dunkle Materie korreliert laut Hyopthese in der Physik u.a. mit der Schwachen Wechselwirkung, und diese ist für die Eigenschaft „Spin“ verantwortlich. Beeinflusse ich also mit meinem Geist/meiner Seele die Dunkle Materie und die WIMPS, was ich postuliere, dann beeinflusse ich auf Umwegen auch die Spins. Der beeinflusste Zusammenbau von Energie und Information im Bereich der Dunklen Energie und Dunklen Materie bildet dann dauernd wandelnde Muster, die ebenfalls nicht messbar sind, aber eben Sinn ergeben. Deshalb weise ich immer wieder auf den Realitätsschalter „Geben von Sinn und Bedeutung“ hin, was dem oben Gesagten entspricht.

Ich könnte mir vorstellen, dass Heims „Aktivitätenströme“ in dieses Modell durchaus plausibel hineinpassen.

D) Herr von Ludwiger fordert zu Recht, dass meine Aussage „Die Quantenphilosophie ist die Verbindung zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften“ „formal-logisch begründet werden muss, bevor sie ernsthaft diskutiert werden könnte.“

Dies habe ich in meinen Büchern skizziert, fehlt aber im hier wiedergegebenen Interview und soll deshalb kurz ergänzt werden:

Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker schreibt im Nachwort des Sammelbandes des Spektrumverlages mit dem Titel „Quantenphilosophie“ einen bemerkenswerten Absatz mit der Überschrift „Zur Philosophie der Quantentheorie“. Er bezieht sich auf den Einbruch der Subjektivität in die objektive Realität, was in der Mainstream-Wissenschaft damals bis heute einen Deutungs-Schock erzeugt hat.

Darüber hinaus fragt von Weizsäcker, „in welchem Umfang die Subjektivität, also unsere Seele und unser Bewusstsein, Gegenstand eines Wissens von der Art der Quantentheorie sein könnte.“ (Hervorhebung durch von Weizsäcker).

Er stellt dann später in seinem Artikel fest, „… steht nichts im Wege, sie (die Quantentheorie) auf seelische und bewusste Vorgänge anzuwenden“. Seelische Prinzipien sind naturwissenschaftlich nicht beweisbar und gehören deshalb in die Kategorie „Philosophie“. So kam der Begriff „Quantenphilosophie zustande.

Innerhalb der Diskussion zur sogenannten „Kopenhagener Deutung“ der Quantenmechanik (Nils Bohr und Werner Heisenberg) stellte Heisenberg fest: „Wenn wir aus den atomaren Erscheinungen auf Gesetzmäßigkeiten schließen wollen, so stellt sich heraus, dass wir nicht mehr objektive Vorgänge in Raum und Zeit gesetzmäßig verknüpfen können, sondern – um einen vorsichtigen Ausdruck zu gebrauchen – Beobachtungssituationen. Nur für diese erhalten wir empirische Gesetzmäßigkeiten.“ Die Ergebnisse aus Experimenten zeigten nämlich, dass Beobachtungen Materie grundlegend beeinflussen. Gleiches passiert nun auch bei Placeboeffekten: auch hier „beobachten“ wir etwas, wie zum Beispiel die vermeintliche Heilung eines Defekts oder einer Funktionsstörung, oder auch genau das Gegenteil, die Verschlechterung aufgrund der Befürchtung (Noceboeffekt). Im engen Rahmen kann passieren, wie wir es aufgrund unserer Einstellung erwarten. Das alles sind geistige Prozesse, die der Philosophie eher zuzuordnen sind.

Das Umschalten von Geist (Philosophie) auf Materie (Physik und Naturwissenschaft) können wir verfolgen, wenn wir mit unserem Willen – einem puren geistigen Prinzip – unseren Arm heben, laufen oder sprechen. Letztlich werden Elektronenverbindungen von Molekülen durch Elektronen-Spinveränderungen beeinflusst, was dafür spricht, dass geistige Einflussnahme auf Materie einem physikalischen Prinzip (der elektroschwachen Wechselwirkung) unterliegt.

Damit erkläre ich die Quantenphilosophie als Verbindung von Naturwissenschaft und Philosophie.

Ulrich Warnke

 

Erfahren Sie mehr! Die folgenden Publikationen zum Thema finden Sie in unserem Programm:

Werner Huemer: „Unsterblich?! – Gute Gründe für ein Leben nach dem Tod“

Sie erhalten das Buch, in unserem Shop bestellt, binnen 2 Tagen – deutschlandweit portofrei!
http://shop.komplett-media.de/derwissensverlag/de_unsterblich-gute-gruende-fuer-ein-leben-nach-dem-tod_112632.html

Die DVD ist im Handel erhältlich – oder direkt über den „Komplett Media“-Verlag:
http://shop.komplett-media.de/derwissensverlag/de_unsterblich-gute-gruende-fuer-ein-leben-nach-dem-tod_112636.html

Werner Huemer: „Über den Kopf hinaus – Was ist das Wesen unserer Gedanken?“