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Schatz, iss nicht so viele Eier! Das ist schlecht fürs Herz! Warum das Hühnerei besser ist als sein Ruf. Jahrelang war das Hühnerei der Inbegriff von cholesterinreicher und damit ungesunder Ernährung. Aber ist dieses Vorurteil gerechtfertigt? Ich breche eine Lanze fürs Ei.

Die Hysterie um das Cholesterin in den letzten Jahrzehnten hat Gründe. Vor Allem wahrscheinlich die Pharmaindustrie, die für teures Geld Ihre „lebensnotwendigen“ Lipidsenker an den Mann bringen will. Lipidsenker sind Medikamente zur Behandlung gestörter Blutfettwerte und zur Vorbeugung von Herz- Kreislauferkrankungen.

Wissen Sie eigentlich, was genau das Cholesterin so schlecht macht? Oder erst mal nur, was genau es eigentlich macht?

Cholesterin ist lebensnotwendig. Cholesterin ist ein relativ kleines Membranlipid, also ein Fett, dass sich in die Wände von allen Zellen einlagert. Und das ist gut so. Denn dort bewirkt es eine gewisse Fluidität, also Beweglichkeit der Zellmembranen. Diese Beweglichkeit ist essentiell für die Funktion der Zelle. Vor allem dafür, Signale zu empfangen und zu entsenden. (Die Funktion der Exozytose würde ohne Fluidität der Biomembranen nicht funktionieren) Über 95% der im Körper befindlichen Cholesterine sind in Zellmembranen gebunden. Außerdem dient es als Grundbaustein für die Bildung von Vitamin D, den Steroidhormonen (das Stresshormon Cortisol und unsere Geschlechtshormone sind Steroidhormone) und der Gallensäure. Viele Zellen können Cholesterin bilden. Der größte Teil entsteht aber in der Leber. Die Nahrung dagegen hat kaum Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut. Denn wenn wir viel Cholesterin essen (z.B. in Eiern, da stecken etwa 200 mg im Eidotter) dann reguliert unsere Leber die eigene Bildung kurzerhand herunter.

Halten wir also fest: Der Körper kann Cholesterin selbst bilden und braucht es um zu überleben.

Eier sind schlecht fürs Herz…

Nein! Eier sind gesund! Sie enthalten außer Vitamin C alle Vitamine, außerdem Mineralstoffe und Spurenelemente. Ein Hühnerei deckt zum Beispiel ca. 30% des Tagesbedarfs an Vitamin D. Das schützt bekanntlich unser Herz. Gut, was gesagt werden sollte ist, dass, ebenso wie beim Fleisch, „Bio“ besser ist. Denn die Ernährung der Henne beeinflusst den Nährwert des Eis drastisch. Eier von Hühnern, die neben Samen und Körnern auch frische Pflanzen, Insekten, Würmer und Schnecken fressen, haben einen viel höheren Nährwert. Solche Eier haben ⅔ mehr Vitamin A, 2× mehr Omega-3-Fettsäuren, 3× mehr Vitamin E, 4 bis 6× mehr Vitamin D, 7× mehr Beta-Carotin, ⅓ weniger Cholesterin und ¼ weniger gesättigte Fettsäuren.*

Schlecht fürs Herz sind dagegen Entzündungen in den Arterienwänden. Es macht also viel mehr Sinn sich mal genauer anzusehen, wie diese Entzündungen in unserer Arterienwände gelangen und warum wir lieber einen, mit Nebenwirkungen behafteten Lipidsenker schlucken als unsere Lebensgewohnheiten so zu verändern, dass Entzündungen keine Chance haben.

  • Bauchspeck (auch wichtig: Viszerales Fett) fördert Entzündungen.
  • Stress fördert Entzündungen
  • Zucker und Transfette fördern Entzündungen
  • Mangelnde Mundhygiene fördert Entzündungen
  • Bewegungsmangel

Einmal mehr: Wir brauchen zusätzliche Bewegung (30 min täglich) und eine saisonale und regionale Ernährung, die kurzkettige Kohlenhydrate (Zucker und Weißmehlprodukte) und gesättigte Fette (Butter, Schweineschmalz) meidet und stattdessen langkettige Kohlenhydrate (Gemüse) und gesunde Fette (gesunde Öle und fetter Kaltwasserfisch) sucht.

Kann das wirklich so schwer sein?

Autorin:
Katrin Böning
Dipl. Fitnessökonomin (BA)
www.bodyconcept-muc.org