Plagen

Waren die 10 „biblischen Plagen“ doch kein Märchen? – Zwar bleiben die Berichte des Alten Testaments historisch höchst fragwürdig. Aber Wissenschaftler fanden heraus, dass die Plagen, die angeblich durch Moses „über Ägypten kamen“, biologisch erklärt werden können. Die „Verwandlung von Wasser in Blut“, die Frosch- und Heuschreckenplagen und vieles andere fand durch Experimente und neue Erkenntnisse eindrucksvoll Bestätigung.

Bereits in den 1980er Jahren befasste sich der berühmte deutsche Zoologe und Autor Vitus B. Dröscher (1925–2010) aus biologischer Sicht mit den Geschichten des Alten Testaments, vor allem mit den in der Bibel geschilderten „Tierwundern“. In seinem Bestseller „… und der Wal schleuderte Jona an Land“ präsentierte er für viele der Überlieferungen naturwissenschaftliche Erklärungsmöglichkeiten. Die vermeintlichen „Wunder“ erschienen plötzlich als nachweisbare Realität.

Ein bemerkenswerter Ansatz, denn üblicherweise stehen Historiker und Naturwissenschaftler den Schilderungen des Alten Testaments kritisch gegenüber: Man weiß, dass einige Erzählungen, etwa die Schöpfungsgeschichte oder eben auch die „biblischen Plagen“, ältere Vorlagen haben und stellt die Existenz biblischer Gestalten – darunter auch die von Moses – mangels sicherer Quellen in Frage.

Inzwischen aber haben weltweit Wissenschaftler den Ansatz weiter verfolgt, die „Heilige Schrift“ als historisch gültig zu betrachten. Nicht im Hinblick auf korrekte Zeitangaben oder chronologische Abläufe. Wohl aber als Dokument dafür, dass sich Ereignisse wie beispielsweise die beschriebenen Plagen in vorchristlicher Zeit tatsächlich zugetragen haben.

Im Auftrag des ZDF entstanden vor kurzem, eindrucksvoll in Szene gesetzt von Gabriele Wengler, drei Dokumentationen, die alle aktuellen historischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse jüngerer Zeit zusammenfassen. Demnach kamen innerhalb weniger Monate tatsächlich Tod und Verderben über das Pharaonenreich von Ramses II.

• Duell am Nil
Diese Dokumentation beschäftigt sich mit den ersten sechs Plagen, die das Alte Testament schildert: Todbringende Mikroorganismen färben den Nil rot, was wiederum gravierende Folgen für die Tierwelt und den Menschen nach sich zieht. Ein Umwelt-Desaster verwandelt die Stadt „Pi-Ramesse“, das blühende Machtzentrum von Ramses II., in kurzer Zeit eine Geisterstadt.

• Finsternis über Ägypten
Uralte Papyri zeugen von den Schreckenszenarien, die die Ökonomie Ägyptens bis in die Grundfesten erschütterten. Klimakurven und Bimsstein-Funde belegen die Folgen eines Vulkansausbruches um 1600 v. Chr. auf der Mittelmeer-Insel Santorini. Die Auswirkungen sind katastrophal und führen zu einer großen Finsternis.

• Flucht aus dem Pharaonenreich
Hat es den Exodus Tausender Israeliten – wie im Alten Testament beschrieben – tatsächlich gegeben? Die Archäologen haben im gesamten Sinai keine Spuren oder Belege gefunden, die darauf hinweisen. Aber fremde Stämme waren im Pharaonen-Reich immer präsent – als Arbeiter oder Kriegsgefangene. Und wenn die Gefahr der Überfremdung bestand, reagierten die Herrscher mit Ausweisung.

Den Verfassern des Alten Testaments ging es um die möglichst eindrucksvolle Darstellung der „Allmacht Gottes“. Sie bezogen Ereignisse, die sich tatsächlich zugetragen hatten – Klimaveränderung, Seuchen, Hochwasser, Dürre –, auf die Botschaft von Jahwe, von dem Einen Gott, woraus schließlich die erste monotheistische Weltreligion wurde.

Heute wissen wir zwischen religiöser Motivation und historischer Wirklichkeit zu unterscheiden. Und jeder hat für sich die Wahl: Die „Heilige Schrift“ kann nun, nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, doch als geschichtliche Quelle betrachten werden – oder aber erst recht als historisch irrelevant. Der religiösen Inspiration mögen die Texte allemal dienen.

Werner Huemer

Alle drei Filmdokumentationen sind auf der DVD „Die biblischen Plagen“  gemeinsam erhältlich. Deutschlandweit portofrei – binnen 2 Tagen!

„Die biblischen Plagen“ sind unser Film der Woche! Sehen Sie hier einen Trailer: