Illobrand-von-Ludwiger-Unsterblich

Illobrand von Ludwiger ist Astrophysiker und befasst sich bereits seit vielen Jahren auch mit paranormalen Phänomenen sowie mit dem Weltbild des Physikers Burkhard Heim. Aus diesem Blickwinkel kommentiert er im Folgenden unser neues Buch „Unsterblich?! – Gute Gründe für ein Leben nach dem Tod“.

Ein gutes Buch

Das Buch „Unsterblichkeit?!“ von Werner Huemer liest sich sehr gut, und der Autor stellt zu allen Phänomenen kritische Fragen, die er mit Unterstützung anderer Forscher zu beantworten sucht. Das Buch berücksichtigt so ziemlich alle Erfahrungstatsachen, die für einen Fortbestand des Bewusstseins nach dem physischen Tode sprechen und versucht, theoretische Erklärungen für sie aus neuesten wissenschaftlichen Forschungen zu liefern.

In diesem Buch kommt wieder das Dilemma zum Vorschein, dass viele Wissenschaftler vermuten, dass das Geistige irgendwie durch die Quantenphysik oder -philosophie beschrieben werden könne. (Warnke, S. 85, S. 206, S. 243; Goswami, S. 183; Dorsey, S. 351) Meistens wird die Verschränkung von Teilchen, die Quantenunschärfe oder der Welle-Teilchen-Dualismus als Begründung herangezogen.

Bringt der Bezug auf die Quantentheorie etwas?

Wer sich auf die Quantenphysik beruft, bleibt im Vierdimensionalen und vertritt die animistische Auffassung (wonach alle Erscheinungen aus dem Unterbewusstsein Lebender stammen müssen). Doch Bewusstsein und Geist kann man mit Quantenphysik nicht begründen. Daran ist schon Roger Penrose in seinem Buch „Schatten des Geistes – Wege zu einer neuen Physik des Bewusstseins“ gescheitert. Ulrich Warnkes Vermutung „Die Quantenphilosophie ist die Verbindung zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften“ (S. 206), müsste daher zumindest formal-logisch begründet werden, bevor sie ernsthaft diskutiert werden könnte.

Andererseits sehen Wissenschaftler, die sich auf die Quantentheorie beziehen, aber auch, dass das Bewusstsein nicht in Raum und Zeit zu finden ist (Franz Moser ist mit seinem Buch „Bewusstsein in Raum und Zeit“ offenbar anderer Ansicht. Aber er widerspricht sich, wenn er behauptet (S.148), das es weder Zeit noch Raum gäbe).

Daher scheint die strukturtheoretische Erweiterung des Weltbildes um weitere Dimensionen richtiger als die Bezugnahme auf Quantenphysik zu sein. Diesen Ansatz verfolgte beispielsweise J.H.M. Whiteman bereist 1977 in seinem Aufsatz „Parapsychology and Physics“ im „Handbook of Parapsychology“. Denn in einem R6 – wie ihn auch Heim (1980/83) und Chen (2008) entdeckten – lassen sich sowieso sämtliche Quantenphänomene (Verschränkung, Welle-Teilchen-Dualismus u.a. zwanglos erklären und sogar verstehen).

Existenzraum für das Geistige

Aber viel wichtiger als für die Teilchenphysik ist, dass die zusätzlichen Dimensionen den Existenzraum für das Geistige liefern. Heim hat vor rd. 20 Jahren in Basel in meinem Beisein mit Sheldrake diskutiert, dass die Eigenschaften von dessen „morphogenetischem Feld“ identisch sind mit den Eigenschaften der zusätzlichen Dimensionen. Der Autor hat ganz recht, wenn er auf S. 350 schreibt, dass Bohms „Informationsfeld an das Weltbild Burkhard Heims erinnert, oder an Ulrich Warnkes ,Interwelt‘“.

Ulrich Warnke weiß, dass das Bewusstsein „jenseitige“ Gegebenheiten voraussetzt (S. 88), und er schreibt „durch sinn- und zielgebende Kräfte kämen Qualitäten ins Spiel, die mit dem Begriff eines eigenständigen, führend und gestaltend in die Welt hinein wirkenden Bewusstsein verbunden sind. Und auf S. 216 sagt er, dass das Leben überhaupt erst durch zielbestimmte Informationserkennung und -verarbeitung möglich ist. Das ist vollkommen richtig erkannt!

Die 5. Weltkoordinate ermöglicht nach Burkhard Heim und Hedwig Conrad-Martius Organisationen materieller und geistiger Strukturen, und die sechste Dimension setzt die Realisierung der Organisationen in der Zeit auf ein Telezentrum als Ziel beziehungsweise Sinn um. (Beide Dimensionen sind austauschbar und wirken immer gemeinsam). Das Übertragen von Information erfolgt nach Heim allerdings nicht über Spins, wie Warnke meint, sondern über „Aktivitätenströme“, die aus den Koordinaten x5 und x6 gebildet werden und Ideen und Ideenmuster in x5 auf- und absteigend zwischen Ideenkomplexen vermitteln.

Heim hat seine Theorie entwickelt, um das Massenspektrum der Elemenstarteilchen zu beschreiben. Die Aussagen über Geistiges fiel später als Beiwerk ab, nämlich als Heim für die zusätzlichen qualitativen Dimensionen einen daür passenden Formalismus entwickeln musste, der allgemeiner als die Alternativlogik der Mathematik ist, um damit sowohl quantitative als auch qualitative Aussagen einheitlich formal ausdrücken zu können. Die wichtigste Voraussetzung, um Bewusstsein in der Welt zu begründen, ist gerade die formale Erweiterung der Mathematik um Qualitäten. Ohne einen solchen neuen Begriffsapparat kann man weder über Bedeutung, Sinn, Organisationen oder freie Informationen Aussagen machen, noch über die Struktur von Bewusstsein formale Beschreibungen liefern. Das meint auch der Neurologe Peter Bieri, wenn er (1992) schreibt:

„Die kognitive Begrenzung um das Bewusstsein zu verstehen könnte darin bestehen, dass wir nicht fähig sind, die richtigen Begriffe zu entwickeln, um mit dem Thema Bewusstsein angemessen umzugehen. Sie könnte darin bestehen, dass uns die richtige Art des Erklärens und Verstehens fehlt, warum Gehirnvorgänge gerade Erleben hervorbringen.“

Richtige Spuren …

In seiner „Syntrometrischen Maximantelezentrik“ (die zur Publikation vorbereitet wird) hat Heim die formallogischenen Grundlagen für eine Vereinigung quantitativer und qualitativer Begriffe geschaffen. Und der Hirnforscher Colin McGinn erkennt auch, dass diese Begriffe die Koordinaten in außer-raumzeitlichen Dimensionen der Welt sein müssten, wenn er (2004) schreibt:

„Auf unsere Art sind wir ,Flächenländer‘, denn es gibt Eigenschaften die wir im Raum nicht registrieren können“.

Er könne zwar nicht sagen, welche Dimensionen wir nicht erkennen oder ob „Dimension“ dafür das richtige Wort sei. Doch vielleicht verstecke sich darin die Erklärung des Geist-Körper-Problems. Er hat völlig recht!

Nach Warnkes Auffassung ist Information codierte Energie (S. 231), und Gedanken sind entsprechend der Aktivität von Bewusstsein und Unterbewusstsein „unmittelbar mit physikalischen Energien korreliert.“ (S. 223) Das ist eben gerade nicht der Fall. Energien sind physikalisch, quantitativ und messbar. Informationen sind unmessbare qualitative Strukturen mit Bedeutung.

Er ist aber auf der richtigen Spur, wenn er meint (S. 222), dass Erinnerung „im alles durchdringenden Vakuumfeld vorhanden“ sei. „Vakuumfeld“ und „morphogenetisches Feld“ sind Umschreibungen für etwas, mit dem die Eigenschaften der Transkoordinaten der Welt allein aus raumzeitlicher Sicht zu beschreiben versucht wird.

„Alles was wir erleben, wird in einer materiefreien Welt abgespeichert, in einem masselosen Raum. Dieses Vakuum ist wie eine Speicherung für Erfahrung“, meint Warnke (S. 224). Dieses „Vakuum“ ist nach unserer Auffassung der Transbereich, der von den Koordinaten x5 und x6 aufgespannt wird.

Im Buch „Unsere 6-dimensionale Welt – Wissenschaftsverständnis von Magie, Mystik und Alchemie“ (2012, Komplett-Media) wird im Kapitel 5 angegeben, wie Heim die Entwicklung des Bewusstseins als Dynamik von Aktivitätenströmen in den Transbereichen deutet. In hohen x5-Totalitäten werden Gehirnstromaktivitäten auf Aktivitätenströme übertragen, die Bedeutung und Sinn auf höhere x5-Niveaus weiterleiten, dorthin, wo sich ein Ideenkomplex aus allen verarbeiteten und gefilterten Informationen befindet, den man als „Seele“ bezeichnen könnte.

Bewusstsein, Wille, „Meme“

Bewusstsein entsteht, wenn Aktivitätenströme über „intermittierende Leitmetroplexe einer korrelqativen Verknüpfung mit dem Körper“ (Ilkor) von Gehirnarealen zum Informationszentrum (Seele) greifen und umgekehrt. Bewusstsein entsteht erst ab einer Anzahl von 8 Ilkorkanälen (Primaten) und voll ausgebildet ab 16 (Mensch) in Lebewesen. Das kann hier natürlich nur ganz kurz angedeut werden. Aber Heims Ansatz ist der einzige, mir bekannte, der versucht, das Bewusstsein durch ein neues Begriffssystem und im Rahmen einer einheitlichen Quantenfeldtheorie der Materie zu erklären. (B. Heim, 1980: „Postmortale Zustände? – Die televariante Area integraler Weltstrukturen“, Innsbruck: Resch)

Wille ist die Möglichkeit des unzerstörbaren zentralen Ideenkomplexes, über x6 ein Telezentrum zu generieren. Im allgemeinen wird dies erledigt durch Modulation des angestrebten Ziels auf Aktivitätenströme, die an die Hirnrinde angreifen und dort zum Beispiel für eine entsprechende Muskelaktivierung sorgen. (In Fällen von Psychokinese sind die Menschen „nicht ganz dicht“, und einige der Aktivitätenströme greifen nicht mehr an Hirnarealen an, sondern direkt in der Raum, wo sie die Wahrscheinlichkeiten von Quantenzuständen eines Objekts derart verändern können, dass das gewünschte Ziel umgesetzt wird.)

Die Stärke der willentlichen Umsetzung hängt davon ab, in welchen Höhen in x5 sich das Ideenzentrum befindet, das die Aktivitätenströme in den Raum sendet. Sehr willensstarke Menschen können das bewirken, was wir Magie nennen, das heißt bewusst Ereignisverläufe in der physikalischen Welt steuern. Denn Aktivitätenströme wechselwirken, wenn sie auf Materie treffen mit negativer Entropie, d.h. sie erzeugen irgendwelche neuen Ordnungen.

Dr. Warnke hat völlig recht mit seiner Behauptung: „Wir generieren mit unserern Gedanken Meme“ (S. 227) Meme sind Gedankenbilder, die, wenn sie durch konzentrierte Vorstellungen in hohe x5-Bereiche projiziert werden, zu autonomen Bildern oder Mustern realisiert werden können. Da im R6 aber jedes Objekt in die Transbereiche ausgedehnt ist, spiegelt sich unsere Welt in den Transbereichen wider.

Der „Transbereich“ der Welt

Im Transbereich der Welt gibt es weder räumliche noch zeitliche Ausdehnungen. Was diesen Bereich ausmacht, sind Ideen, Bilder, Bedeutungen und Strukturen. Die Wechselwirkungen sind Struktur-Resonanzen ähnlicher Muster. Das ist Larry Dosseys „Dimension jenseits von Raum und Zeit, in der alles mit allem verbunden ist“ (S. 346) – „One Mind“. Allerdings hängt die Stärke der Verbundenheit davon ab, wie ähnlich sich die geistigen Strukturen sind.

Gerda Lier wird zitiert (S. 352): „Allgemein wird in der Biologie angenommen, dass in der Evolution teleologisch-finalistische Prinzipien wirksam sein müssten.“ Im R4 ist das nicht möglich. Auch Ervin Laszlo meint (S. 365): „Wenn alles, was sich entwickelt hat, erhalten bleibt, könnte die Natur daraus den nötigen minimalen Impuls erhalten, der zunächst zufällig auseinander strebende Entwicklungspfade zu einem deutlich konvergenten Verlauf bringt (‚Kosmische Kreativität‘)“

In einer Raumzeit läuft die Evolution rein statistisch zufällig und notwendig ab. Wir leben aber in einem R6. In diesem laufen zwar biologische Prozesse zunächst ebenfalls global rein statistisch ab. Da sich aber jeder gelungene Evolutionsschritt auf irgendeinem Planeten im Sonnensystem irgendeiner Galaxis in den Transbereich abbildet, kann lokal die Evolution auf irgendeinem Planeten aus dem Transbereich die „Erfahrung“ abgreifen, die bereits anderenorts gemacht wurde, und in der Evolution nach dem Ziel hin gesteuert werden, das im Transbereich in allen Evolutionsschritten vorgezeichnet ist.

Das ist die Bestätigung von Werner Huemers Vermutung auf Seite 173, wo er fragt, ob die Evolution doch bestimmten Zielvorgaben folgt. „Gibt es eine höhere Welt der Ideen, die wie ein Attraktor lenkend auf die Evolution einwirkt?“

Mediale Kontakte

Werner Huemer lässt auch ein Medium zu Wort kommen, das die chemische Sperre, welche uns Lebenden von der Wahrnehmung des Transbereiches der Welt schützt (Henry Bergson), und welche wir scheinbar erst unter dem Einfluss von DMT („durch Abschalten des Neokortex“, Warnke, S. 234) durchbrechen können, nicht besitzt. Ingrid Ofner kann bereits zu ihren Lebzeiten leibfreie Personen wahrnehmen und mit ihnen kommunizieren.

Aglaja Salomon, die das Schutzfilter nicht besitzt und als luzides Medium mehr als 4000 Gedichte und mehr als 500 philosophische Essays im Alter von 15 bis 21 Jahren diktiert bekommen hat, teilte mir mit, dass sie das Interview von Werner Huemer mit Ingrid Ofner gelesen hat und bescheinigt, dass sie ebenfalls alles so wahrnimmt, wie Frau Ofner schildert.

Derlei Bestätigungen gibt es unzählige in der parapsychologischen Literatur. Die Kontrolle, ob sich nur das eigene Unterbewusste meldet oder eine Fremdpsyche, kann immer nur an der Qualität der Informationen, die geliefert werden, entschieden werden, wenn diese die Intelligenz des Mediums bei weitem übersteigen. (Kryptomnesie und andere psychologische Ausreden überzeugen nicht.)

Mit diesen Hinweisen lassen sich die noch unspezifizierten unklaren Vermutungen der zitierten Wissenschaftler in einem 6-dimensionalen Weltbild alle stimmig zusammenführen.

Was noch zu erwähnen wäre …

Als kleinen Mangel sehe ich an, dass in Huemers Buch nicht auf das dreibändige Werk von Dr. Emil Mathiesen „Das persönliche Überleben des Todes“ 1936 und 1939 (1962) mit insgesamt 1280 Seiten hingewiesen wird. Die Nichtwerwähnung hatte bereits im Werk von Gerda Lier enttäuscht. Mathiesens Bücher behandeln derartig viele Berichte (Erscheinungen Verstorbener, Nahtoderlebnisse, außerkörperliche Wahrnehmungen, orts- und personengebundenen Spuk) in kritischer Darstellung, dass den Leser die Beweisführung nicht nur sehr rasch überzeugt, sondern in ihrer Ausführlichkeit zunehmend lästig wird.

Ich hätte mir auch die Erwähnung der neueren Literatur zur Survival-Frage gewünscht, beispielsweise die Arbeiten von

Ian Stephenson & Stephen Braude „Survival or Super-PSI?“ im Journal of Scientific Exploration, 1992, Vol. 6, Nr. 2
R. Almeder: „Recent Responses to Survival Research“, in JSE, 1996, Vol. 10, Nr. 4,
Stephen Braude: „Perspectival Awareness and Postmortem Survival“, 2009, Vol. 23, Nr.2
und das Buch von David Fontana: „Is There an Afterlife?“, 2005, Deershot Lodge, UK: O Books

Auf die außerkörperlichen Erfahrungen wird nur bei Nahtoderlebnissen eingegangen, jedoch nicht auf diejenigen Lebender, die m.E. weit mehr die Unabhängigkeit des Bewusstseins vom Körper demonstrieren. Buhlman hat bis zum Jahre 2001 rund 16.000 solcher Fälle gesammelt:
W. Buhlman, 1996: „Out of Body – Das letzte Abenteuerder Menscheit“, München: Wilhelm Heyne

In einer 2. Auflage des Buches, die hoffentlich kommen wird, könnte der Autor diese Arbeiten noch erwähnen.

Alles in allem ist Huemers Buch ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über das schwierige, umstrittene aber auch so wichtiges Thema, das uns alle betrifft und es ist ihm eine weite Verbreitung zu wünschen.

Illobrand von Ludwiger

 

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Illobrand von Ludwiger zu seinem Buch „Unsere 6-dimensionale Welt“: Gibt es ein Leben nach dem Tod?

 

Illobrand von Ludwiger im Interview zu Burkhard Heim: